Das Einmalige und Ich…Die Natur !!!


 


Das Individuum und die Natur

A thought from Julius Korsus ( mein Enkel)

Ich glaube, jeder, der diesen Text liest, hat in seinem Leben schon einmal einen Wald betreten. Zumindest gehen wir jetzt mal davon aus.

Jedem Individuum dürfte bereits aufgefallen sein, dass ein Wald und die Natur eine generell besondere Wirkung haben. Der Geruch, der sanfte Wind, das Rauschen der Blätter, das Zwitschern der Vögel. Alle unsere Sinne werden im Wald direkt aktiviert und gefordert. Den meisten dürfte zudem aufgefallen sein, dass man sich lockerer und entspannter fühlt, auch Studien haben uns bereits bewiesen, dass Zeit in einem Wald zu verbringen unser Cortisol im Körper verringert. Dass der Wald so eine Wirkung auf uns hat, ist kein Zufall. Der Grund dafür ist, dass der Wald und die Natur für uns Menschen kein fremder Ort sind. Es ist der Ort, an dem wir 99,3 % unserer Existenzgeschichte verbracht haben. Nicht in Städten, Büros oder vor Bildschirmen. Die Natur ist unsere Heimat und die moderne Welt ist historisch gesehen eine Ausnahme.

Keine Sorge, ich bin keiner von denen, die jetzt darüber reden würden, wie früher alles besser war als heute, denn das stimmt schlichtweg nicht. Es war nicht alles besser. Und es gibt schließlich Gründe, warum wir diese moderne Welt geschaffen haben. Denn wenn dem Individuum eine Sache wichtig ist, dann ist es das Überleben, und dies möglichst auf die einfachste Weise. Das ist in unseren Genen verankert. Die Menschen der Urzeit haben Komfort so gut es ging maximiert, da es damals kaum Komfort gab. Das Leben war hart und schwierig, und wenn es Möglichkeiten gab, das Leben einfacher zu machen, so hat man diese genutzt. Das fing damit an, dass die Menschen Tiere züchteten, anstatt jagen zu gehen, oder damit, dass sie anfingen, Hütten zu bauen, um besser geschützt zu sein und besser zu überleben. Und dies macht ja auch vollkommen Sinn.

Der Mensch hat auch damals die Natur geschädigt und allgemein auch schlechte Auswirkungen gehabt. Er hat ebenfalls Wälder abgeholzt und Tierarten dezimiert. Allerdings tat er das in einem viel kleineren Ausmaß als heute. Jede Lebensform nimmt in irgendeiner Form Einfluss auf die umliegende Natur, das ist ganz natürlich. Die Natur ist ein riesiges System, in dem alles Einfluss aufeinander nimmt, im Positiven wie im Negativen.

Doch ab der industriellen Revolution ging das außer Kontrolle, und nun sind wir mit dem Komfort so weit, dass unser Leben extrem vereinfacht ist. Leute sitzen den ganzen Tag auf dem Sofa, schauen Fernsehen, nutzen ihr Auto für alles, und jetzt sind wir sogar so weit, dass Leute Geräte nutzen, die sogar einfachste Hausarbeit übernehmen. Wir nutzen Fortschritt als Ausrede, um eine Welt zu begründen, in der wir unsere Zeit immer mehr mit Rumsitzen verbringen, anstelle aktiv das Leben zu nutzen.

Der Mensch hat sich durch seinen Komfort von der Natur entfernt, und es geht hier gerade auch nicht darum, wie der Mensch darunter leidet, sondern welche massiven Auswirkungen es für die Natur hat. Wir Menschen haben vergessen, dass die Natur unsere Heimat ist. Die westliche Industriegesellschaft, Menschheit und speziell Großkonzerne sehen die Natur als reine Ressource.

Während der Mensch der Urzeit nur genommen hat, was er braucht, und die Natur als heilig sah und mit ihr im Einklang lebte, ist ihre Bedeutung für viele heutzutage nur ein Schatten von dem, was sie sein sollte. Das, was die Natur einst für uns war, ist vergessen, und sogar die Individuen, die sich heutzutage als Naturliebhaber bezeichnen, meinen damit in Wirklichkeit nur, dass sie einmal die Woche im Wald spazieren gehen. Das Individuum merkt zwar, dass ihm die Natur guttut, doch hinterfragt es nicht, warum das so sein mag. Wir Menschen leben, wie es uns gefällt, und zerstören ohnehin durch unser Verlangen nach Komfort.

Oben in unserer Gesellschaft haben wir dazu noch Individuen, die sich „Politiker“ nennen. Einige würden diese Individuen als Spitze der Gesellschaft oder Elite bezeichnen, doch das sind sie nicht. Es sind nur alte Männer in Anzügen, die Jahre diskutieren, um kleinste Entscheidungen zu treffen, und zudem sind sie, wie die breite Masse auch, blind, was die Bedeutung der Natur und ihre Zerstörung angeht. Sie setzen Klimaziele, die unmöglich einzuhalten sind und zudem auch kaum etwas bewirken. Langsam verstehen sie, dass die Natur irgendwie doch wichtig erscheint, nur mangelt es ihnen an Weitsicht, um zu sehen, wie ernst die Lage wirklich ist. Die Politik arbeitet langsam, obwohl der Klimawandel schnell ist.

Und das Schlimmste kommt erst noch. Obwohl Wissenschaftler seit Jahrzehnten warnen, wie schlimm die Lage durch den Klimawandel und die Zerstörung der Natur ist, versuchen diese Politiker mit dem Setzen ihrer Klimaziele trotzdem noch, Firmenchefs und der Industriegesellschaft alles recht zu machen. Natürlich muss man auf eine gewisse Weise schauen, dass die Gesellschaft nicht direkt ganz kollabiert, aber dennoch ist es töricht zu glauben, man könne die Natur retten, ohne den Komfort, der erst zu dieser Lage geführt hat, teilweise aufzugeben.

In unseren modernen Demokratien des Westens wird die Politik dazu auch viel durch die Wähler bestimmt. Unsere Demokratie ist eine wunderbare Errungenschaft, die viele Probleme der vergangenen Jahrhunderte beseitigt hat. Doch leider ist sie langsam, und wenn man Themen hat wie den Klimawandel, bei dem einem die Zeit davonläuft, ist schnelles Handeln erforderlich. Dazu kann man sich bei Themenbereichen, die äußerst komplex sind, nicht darauf verlassen, dass Millionen Einzelpersonen, die teilweise nur Grundkenntnisse haben, die Entscheidung treffen. Was ich sagen will, ist, dass man vielleicht auch Leute mitsprechen lassen sollte, die in diesen Themen sehr gut informiert sind und dazu ihr ganzes Leben danach widmen. Damit meine ich natürlich Wissenschaftler.

Ein einfaches Individuum (der Durchschnittsmensch) wählt das, was für die eigenen Probleme und Sorgen am besten klingt. Und das rettet leider nicht die Welt.

Ich will hier auf keinen Fall demokratiefeindlich erscheinen, denn die Demokratie ist nicht unser Feind, aber sie ist ein System, das man in Bezug auf die Klimakrise anders verwenden muss.

Aber was nun?

Die harte Wahrheit ist, dass mit dem jetzigen Kurs weder die Natur noch das Individuum sicher ist. Was genau die Zukunft bringt, lässt sich nicht sagen, aber es lässt sich davon ausgehen, dass die Welt, wie wir sie heute kennen, sich verändern wird – auf eine Weise, die uns nicht gut tut. Das Retten der Natur liegt also eigentlich im Interesse des Individuums selbst. Wir stehen vor der Wahl, uns anzupassen und zu retten, was zu retten ist, oder zuzusehen, wie sich eine unschöne Zukunft entwickelt. Eine Zukunft, in der Komfort in keiner Weise mehr möglich ist und die Welt für uns mehr lebensfeindlich als zuhause ist.

Wie?

Die Welt ist schon viel zu kaputt, als dass man sie jetzt einfach retten könnte. Vieles ist schon verloren. Das Korallensterben zum Beispiel ist bereits an einem Punkt, an dem es unumkehrbar ist. Und das gilt auch für viele weitere Dinge. Die Natur hat aber schon vieles überstanden, und wir können ihr dabei helfen. Und wer jetzt glaubt, ich fange jetzt mit den Standardvorschlägen an, der liegt falsch.

Gesetzliche Naturbildung wäre der erste Schritt. Alle Menschen, egal welches Alter, müssen wissen, wie ernst die Lage ist. Am Ende ist es die Masse der Individuen, die Veränderung zulässt und umsetzt, also muss man dafür sorgen, dass die Masse informiert ist. Vom Klimawandel wissen ja bereits viele, aber jeder Mensch sollte wissen, wie die Natur funktioniert und was mit ihr los ist. Es ist besorgniserregend, dass Kinder mehr Firmennamen aufzählen können als Pflanzenarten. Die Schule sollte direkte Naturverbundenheit lehren. Ein Mensch schützt das, was er im Alltag liebt und lebt.

Ein weiterer Schritt wäre, den Konsum radikal zu reduzieren. Schluss mit Fashiontrends, jährlich neuen Handys und anderen Verschwendungen. Ressourcen sind begrenzt, und so sollte man sie auch behandeln: nur für das Nötigste und das, was man hat, auch so gut es geht nutzen. Damit löst man das Problem der Umweltverschmutzung größtenteils, und man senkt den Ressourcenverbrauch extrem. Und die Industrie allgemein wäre damit viel weniger aktiv und würde viel weniger CO₂ durch Herstellung und Transport erzeugen.

Mein dritter Vorschlag wäre, den Lebensmittelkonsum neu zu strukturieren. Die Nahrungsindustrie ist extrem schädlich für unsere Welt und unsere Natur. Wenn wir die Verschwendung von Essen reduzieren könnten, würde man sich viel sparen. Alleine die Fleischindustrie ist durch CO₂-Ausstoß und die Abholzung für Flächen extrem belastend für unsere Umwelt. Ich will hier nicht dafür werben, dass jeder vegetarisch werden soll. Aber jeder ist in der Lage, weniger tierische Produkte zu essen. Kein Verzicht, sondern eine klare Reduzierung. Damit kann man die Massentierhaltung und den folgenden CO₂-Ausstoß sowie die Abholzung des Regenwaldes enorm reduzieren.

Diese Punkte reichen noch lange nicht aus, um die Welt zu retten. Es gibt Tausende Dinge, die man dafür tun muss, und man könnte bestimmt ein ganzes Buch darüber schreiben. Aber mit meinen drei Vorschlägen habe ich hoffentlich eine Idee vermittelt, in welche Richtung es geht.

Klar ist: Die Natur und die Welt zu retten ist nicht einfach. Es erfordert eine radikale Umgestaltung unseres modernen Lebensstils, wie wir ihn kennen, und leider muss ich sagen, dass wir es auf jetzigem Weg niemals schaffen werden, und unsere Zukunft wird auf diesem Weg nicht gut aussehen. Aber es ist nicht komplett zu spät. Wenn die Masse irgendwann aufwacht und jeder erkennt, wie wichtig die Natur ist, dann kann jeder seinen Teil dazu beitragen, eine Welt zu schaffen, in der der Mensch zusammen mit der Natur deutlich mehr Zeit übrig hat, als er es jetzt tut. Und auch jetzt kann jeder schon anfangen, ein Bewusstsein zu schaffen oder das eigene Leben etwas zurechtzupflegen.

Ich hoffe, ich konnte jeden, der das liest, zum Nachdenken bringen. Also, wenn du das nächste Mal durch den Wald spazierst, dann denk bitte daran, dass du auch ein Teil der Natur bist. Und einen Beitrag für die Natur zu leisten bedeutet auch, etwas für sich selbst zu tun.